Ach Deutschland

Okay, das typisch deutsche Gejammere: geschenkt. Daran lässt sich wohl sowieso nichts ändern, damit gilt es umzugehen, fertigzuwerden. Man muß es als nationale Prämisse wohl einfach hinnehmen, auch wenn man im globalen Netz agiert.

Und da bringt es auch nicht viel, auf die Verlogenheit des gewählten Kritikstandpunktes hinzuweisen. Der Spagat, oft von ein und derselben Person vollführt, ist so offensichtlich, daß man es schon gar nicht mehr als Verlogenheit brandmarken kann; die integrierte Janusköpfigkeit (nicht nur) der digitalen Avantgarde ist einfach das Gesetz der Abgrenzung – Neuland zu entdecken ist eben viel anstrengender.

Auf der einen Seite: Wenn es etwa gegen die Online-Aktivitäten etablierter Verlage und deren Forderungen (Urheberrecht, Leistungsschutz, …) aufzubegehren gilt, dann wird gerne auf die demokratische Veranlagung des Internets verwiesen. In diesen Zusammenhang ist auch die Kritik am Gebaren von Großkonzernen à la Lufthansa und Vodafone zu verordnen. Das Netz ist bitteschön für alle da.

Auf der anderen Seite: das meist unausgesprochene (Möchtegern-)Elitedenken. Dieselben Kritiker lamentieren bei jeder neuen Meldung darüber, daß Twitter nun endlich im Mainstream angekommen sei. Freuen sich insgeheim darüber, daß die ganzen Prolls auf den VZs hängenbleiben und man auf Facebook noch relativ unter sich ist. Niemand will der durchschnittliche kleine Mann auf der Straße sein, aber zu öffentliches Ausstellen der Andersartigkeit mündet schnell im Vorwurf der Angeberei.

Einen Lösungsvorschlag habe ich natürlich auch nicht. So, ich lese jetzt erst einmal in der Printausgabe der ZEIT den Artikel über die „Höfische Gesellschaft 2.0“.

(kommentiert auf wiredvanity.com/)

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