Die bürgerliche Dialektik des Streiks

Wenn es nur die von Schmickler (der übrigens Wilfried mit Vornamen heißt, nicht Werner) angesagten „paar Tage“ gewesen wären. Aber mit einzelnen Unterbrechungen zieht sich der Streik in unserer Kölner KiTa schon über mehr als sieben Wochen. Ich will hier überhaupt nicht das generelle Streikrecht in Frage stellen und sehe auch ein, daß so ein Arbeitsausstand nur etwas bewirken kann, wenn er jemanden trifft. Die durch die Städte während des Streiks unausgezahlten Gehälter (so mager sie sein mögen) können es wohl nicht sein.

Was mir fehlt ist eine klare Linie. Die Erzieherinnen selbst tun so, als wäre ihnen der Streik unangenehm, viele von Ihnen behaupten, eigentlich wollen sie gar nicht streiken, wegen der gegenüber dem Lohn geringeren Ausfallpauschale. In der Hoffnung, das Ganze ginge schnell über die Arbeitsbühne, hat es nicht eine einzige klare Ansage gegeben. Wenn man vorher gewußt hätte, auf was für einen Zeitraum man sich einzustellen hat, dann hätte man besser planen können, statt tröpfchentageweise seinen nahezu gesamten Jahresurlaub dafür zu opfern. Jetzt sieht es in manchen Familien nämlich so aus: Nicht nur das Schulanfänger ein alles andere freudiger Abgang aus dem Kindergarten beschert wird (kein Abschlußausflug, kein Schultütenbasteln), der eigentlich für die Sommerferien geplante Urlaub konnte wegen der Hinhaltetaktik nicht vorgezogen werden und fällt jetzt ganz aus.

Wir haben keine Verwandten in dieser Stadt wohnen, sind letztlich wegen den Jobs hierher gezogen. Und trotz zweier Ganztagsstellen sicher kein vermögendes Großbürgertum. Wir können diese verdi-Strategie überhaupt nicht nachvollziehen, weil wir bezweifeln, daß es überhaupt so etwas wie eine Strategie dahinter gibt.

Wenn ich hier in den Kommentaren lese, über die Gehaltshöhe hätte man sich vor Beginn der Ausbildung keine Sorgen gemacht, ja noch nicht einmal informiert, dann falle ich aus allen Wolken. Und daß mit solchen Leuten kein anständiger, aufrechter Streik zu machen ist, kann man sich an einem (Raten Sie mal, welchen?) Finger ausrechnen.

Ich bin stinksauer. Und ich habe ein Recht darauf.

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