Kixkalogisches Déjà Vu im Waschsalon

Jahrelang habe ich als Student in Bochum meine Wäsche in den Waschsalon Nordring/Kortumstraße geschleppt. Das ist zu der Zeit gewesen, als ich noch kein Notebook besessen habe.
Allein, zum Lesen sogar schlechter Bücher ist dieser Salon ein zu unwirtlicher Ort und so habe ich nach dem Starten der Maschinen die Kreuzung überquert, um mich gegenüber im wenig (aber immerhin etwas) einladenden “Brück 1/4 Treff” auf ein paar Seiten, Kippen und Biere niederzulassen.
Der Wirt ist immer derselbe gewesen, die Gäste haben ebenfalls kaum variiert. Wenn nicht gerade die Formel1 ihre Runden gedreht hat, dann der RTL Oldie-Sender im Radio. Die Kaschemme macht auch heute noch morgens um 8h auf und schließt ihre Pforten um 20h, eine Säufertränke für Hartzer.
Ich bin dort schon als Fremdkörper wahrgenommen worden – ein Student mit Lektüre. Trotzdem habe ich es immer anheimelnd gefunden, nach ein paar Besuchen und den jeweils ersten drei Bieren dem Mann hinter der Theke sagen zu können: “Volker, mach mir noch ein Fiege, ich geh’ mal eben rüber, die Klamotten von der Maschine in den Trockner packen.” Er hat nur “Jupp!” gesagt und wenn ich zurückgekommen bin, dann hat das frisch Gezapfte schon neben meinem aufgeschlagenen Buch auf dem Kneipentisch gestanden.

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